Coq au Riesling - Martina & Moritz Rezept für perfekte Sauce

Tim May 28. April 2026
Coq au Riesling nach Martina und Moritz Rezept: Hähnchenteile in cremiger Sauce mit Karotten und Sellerie, daneben ein Kochtopf.

Inhaltsverzeichnis

Dieses Rezept für Coq au Riesling nach Martina und Moritz lebt von drei Dingen: einem kräftigen Huhn, einem trockenen Riesling und einer Sauce, die klar, würzig und nicht schwer wirkt. Ich zeige, wie die elsässische Version aufgebaut ist, welche Zutaten wirklich tragen und an welchen Stellen man das Gericht leicht unnötig kompliziert. Dazu kommen eine praktische Schrittfolge, Fehler, die ich vermeiden würde, und die Frage, welcher Wein ins Glas gehört und welcher nur in den Topf.

Die wichtigsten Punkte auf einen Blick

  • Die Martina-und-Moritz-Version ist die elsässische Weißwein-Variante des Coq au vin, also deutlich frischer als die Rotweinversion aus Burgund.
  • Für vier Personen brauchst du ein großes Huhn oder einen Hahn mit mindestens 1,5 kg, dazu Riesling, Wurzelgemüse, Speisestärke und Crème fraîche.
  • Der wichtigste Technikpunkt ist sanftes Schmoren: erst anbraten, dann etwa eine gute Stunde langsam garen, zum Schluss nur noch leicht einkochen lassen.
  • Die Sauce soll das Fleisch umhüllen, nicht erschlagen. Zu viel Hitze ist hier der häufigste Fehler.
  • Als Beilage funktionieren Baguette, Spätzle, Nüdele oder Salzkartoffeln; im Glas darf es ein charaktervoller Riesling sein.
  • Für den Topf reicht ein sauberer, trockener Kochwein. Die gute Flasche würde ich lieber fürs Essen aufsparen.

Warum die elsässische Version so stimmig ist

Der Reiz dieses Gerichts liegt für mich darin, dass es das Prinzip von Coq au vin auf eine hellere, präzisere Spur setzt. Statt mit Rotwein und schwerer Würze zu arbeiten, bringt der Riesling Säure, Frische und eine saubere Linie in die Sauce. Genau dadurch schmeckt das Gericht nicht flach, sondern lebendig.

Die Martina-und-Moritz-Version ist außerdem angenehm geradlinig. Sie verzichtet auf unnötigen Ballast wie Speck, Pilze oder lange Marinaden und setzt lieber auf gutes Huhn, Wurzelgemüse, Thymian und eine cremige, aber klare Sauce. Das Ergebnis ist kein rustikaler Eintopf, sondern ein elegantes Schmorgericht mit Weincharakter. Wer das versteht, kocht es automatisch besser, weil er nicht versucht, zu viel hineinzupacken. Als Nächstes lohnt sich deshalb ein genauer Blick auf die Zutaten, denn hier entscheidet sich der Geschmack schon vor dem ersten Anschwitzen.

Welche Zutaten ich dafür wählen würde

Bei diesem Gericht ist die Liste überschaubar, aber genau das macht die Auswahl so wichtig. Ich würde nicht am Huhn sparen und beim Wein keine beliebige Flasche nehmen, nur weil sie in Reichweite steht. Für vier Personen funktioniert diese Basis sehr gut:

Zutat Menge Wofür sie da ist Mein Hinweis
Großes Huhn oder Hahn mindestens 1,5 kg liefert Fleisch mit mehr Geschmack und Struktur Je kräftiger das Tier, desto besser trägt es den Riesling.
Öl, Butter oder Butterschmalz 2 EL Öl plus 2 EL Butter oder 3-4 EL Butterschmalz sorgt für Bräunung und eine gute Basis der Sauce Butterschmalz ist besonders dankbar, wenn du sauber und heiß anbraten willst.
Speisestärke 2-3 EL gibt den Hühnerteilen einen feinen Film und bindet die Sauce leicht Nicht zu dick einstäuben, sonst wirkt die Sauce stumpf.
Zwiebel, Knoblauch, Lauch, Sellerie, Möhre 1 große Zwiebel, 3-4 Knoblauchzehen, 1 Lauchstange, 1-2 Selleriestangen, 1 Möhre bilden die aromatische Schmorbasis Das Gemüse lieber sauber schneiden als klein hacken.
Thymian 1 Sträußchen gibt dem Gericht die typische elsässische Kräuternote Frisch ist ideal, getrocknet nur notfalls.
Riesling 1/2 l bringt Säure, Frische und den charakteristischen Weinton Für den Topf nehme ich trocken und sauber, nicht süß.
Crème fraîche 200 g macht die Sauce rund und cremig Erst am Ende einrühren, sonst verliert die Sauce an Spannung.
Salz und Pfeffer nach Geschmack ziehen die Aromen zusammen Nach dem Einkochen noch einmal abschmecken, nicht davor.

Ich würde den Kochwein bewusst einfach halten: trocken, sauber, ohne Holzdominanz und ohne Restsüße. Wenn du keinen passenden Riesling zum Kochen opfern willst, ist ein trockener Weißburgunder die nächstlogische Lösung. Für das Glas am Tisch darf es dann ruhig ein anspruchsvollerer Riesling sein, denn dort zeigt er mehr Feinheit. Damit ist die Basis gelegt, und jetzt kommt der Teil, an dem viele Gerichte entweder groß oder nur ordentlich werden.

Coq au Riesling nach Martina und Moritz Rezept: Hähnchenteile in cremiger Sauce mit Pilzen und Karotten, dazu Spätzle.

So gelingt die Zubereitung ohne Stress

Die Technik ist unkompliziert, aber sie braucht Disziplin. Ich würde das Gericht nicht hektisch kochen, sondern in klaren Schritten arbeiten. Genau das macht die Sauce später elegant und das Fleisch saftig.

  1. Huhn zerlegen und vorbereiten
    Teile das Huhn in acht bis zehn Stücke. Die Haut ziehe ich komplett ab, weil sie beim Schmoren weich wird und keinen echten Mehrwert bringt. Alle Abschnitte, Hautreste sowie Hals und Rücken wandern in einen Topf für Brühe.
  2. Fleisch leicht bemehlen und anbraten
    Wende die Stücke in Speisestärke, damit sie einen feinen Überzug bekommen. Dann in einem breiten Schmortopf in Öl und Butter oder Butterschmalz rundum goldbraun anbraten. Wenn die Stücke zu eng liegen, lieber portionsweise arbeiten.
  3. Gemüse anschwitzen und kurz vorgaren
    Die äußeren, groberen Gemüseabschnitte können mit in den Brühentopf. Die schöneren Stücke kommen in den Schmortopf. Das Gemüse dann im Bratfett andünsten und mit einer Tasse Brühe oder Wasser bedecken. Etwa 10 Minuten sanft vorgaren, damit die Weinsäure später nicht alles ausbremst.
  4. Riesling zugeben und langsam schmoren
    Hühnerteile zurück in den Topf legen, Riesling angießen, aufkochen und dann mit Deckel auf kleiner Flamme oder im Ofen bei etwa 130 Grad Heißluft beziehungsweise 150 Grad Ober- und Unterhitze eine gute Stunde schmoren. In den letzten 15 Minuten den Deckel abnehmen, damit die Sauce etwas einreduziert.
  5. Finale mit Crème fraîche
    Zum Schluss Lorbeer und Thymian entfernen, Crème fraîche einrühren und die Sauce noch etwa 5 Minuten leise köcheln lassen. Dann erst abschmecken.

Ich achte bei diesem Gericht vor allem auf die Konsistenz: Die Sauce soll das Huhn überziehen, nicht darin versinken. Wenn sie zu dünn bleibt, lasse ich sie lieber ein paar Minuten offen weiterziehen, statt sie mit mehr Stärke zu erschlagen. So bleibt der Geschmack klar und die Struktur angenehm. Wer jetzt die häufigsten Fehler kennt, spart sich später viel Frust am Herd.

Wo die häufigsten Fehler liegen

Bei Coq au Riesling ist fast nie der Wein das Problem, sondern die Art, wie er behandelt wird. Zu hohe Hitze, zu wenig Geduld oder eine zu süße Flasche machen aus einem präzisen Schmorgericht schnell etwas Schwerfälliges. Diese Fehler sehe ich in der Praxis am häufigsten:

Fehler Was dann passiert Bessere Lösung
Zu heiß schmoren Das Fleisch wird trocken, die Sauce wirkt unruhig. Sehr kleine Hitze wählen und den Deckel nicht dauernd abnehmen.
Gemüse ohne Vorhitze direkt mit Wein garen Die Stücke bleiben hart, weil die Weinsäure den Garprozess bremst. Gemüse erst mit etwas Brühe oder Wasser rund 10 Minuten vorgaren.
Zu süßer oder zu schwerer Riesling Die Sauce wirkt breit und verliert Spannung. Trocken und klar bleiben, mit Frische statt Restzucker.
Crème fraîche zu früh oder zu heftig erhitzt Die Sauce kann stumpf oder unsauber wirken. Erst am Ende einrühren und danach nur noch sanft köcheln lassen.
Zu eng im Topf angebraten Das Fleisch brät nicht, sondern dämpft. In mehreren Chargen arbeiten oder einen breiten Schmortopf nehmen.

Mein einfachster Merksatz lautet: Wenn es hektisch riecht, wird es selten gut. Dieses Gericht braucht Wärme, aber keine Eile. Sobald das verstanden ist, stellt sich die nächste Frage fast automatisch: Was passt dazu auf den Tisch und ins Glas?

Welcher Wein und welche Beilage das Gericht tragen

Hier ist die Formel zum Glück erstaunlich klar. Das Gericht ist cremig, aber nicht schwer, darum darf die Begleitung weder zu rustikal noch zu dominant sein. Ich würde bei der Beilage eher die französische Schlichtheit wählen, beim Wein aber durchaus Charakter zulassen.

Begleitung Wann sie passt Mein Urteil
Baguette Wenn du es klassisch und unkompliziert magst Am nächsten an der französischen Idee, weil man die Sauce sauber auftunken kann.
Spätzle oder Nüdele Wenn du das Gericht üppiger und elsässischer servieren willst Die beste Wahl, wenn das Essen eher Sonntagsessen als leichter Abendteller sein soll.
Salzkartoffeln Wenn du eine neutrale, milde Beilage bevorzugst Sehr vernünftig, weil sie die Sauce tragen, ohne mit ihr zu konkurrieren.
Trockenes Rieslingglas Wenn du Frische und Spannung suchst Meine erste Wahl, am besten mit schöner Säure und klarer Frucht.
Gereifter Riesling Réserve oder Grand Cru Wenn der Wein im Glas mehr Tiefe haben darf Sehr gut, solange er nicht zu mächtig oder barrique-lastig wirkt.
Weißburgunder Wenn du es etwas weicher und runder magst Eine gute Alternative, falls der Riesling im Keller gerade nicht überzeugt.

Ich würde den Kochwein und den Trinkwein nicht verweben, als wären sie dasselbe Produkt. Für den Topf genügt ein sauberer, trockener Wein; ins Glas kommt der bessere Riesling, weil er dort seine ganze Linie zeigen kann. Wenn du vorher etwas trinken möchtest, halte den Aperitif ebenfalls trocken und frisch, am besten eher spritzig als süß. Genau dieser Kontrast lässt das Gericht am Ende klarer wirken. Und am meisten lernt man bei einem solchen Rezept ohnehin, wenn man es einmal gekocht und dann noch einmal leicht verbessert.

Was ich aus dieser Rezeptur für die eigene Küche mitnehme

  • Vollständigkeit schlägt Wegwerfen: Haut, Hals, Rücken und Abschnitte liefern Brühe, die dem Gericht Tiefe gibt.
  • Geduld schlägt Hitze: Ein sanfter Schmortopf macht das Fleisch mürbe, ohne es auszutrocknen.
  • Wenige Zutaten brauchen Präzision: Wenn Huhn, Riesling und Crème fraîche gut sind, braucht es keinen dekorativen Überbau.

Für mich ist genau das der Wert dieses Martina-und-Moritz-Rezepts: Es zeigt, wie man aus einem klassischen Schmorgericht etwas Leichtes, Präzises und trotzdem Komfortables macht. Wenn du es für Gäste kochst, würde ich die Vorarbeit erledigen, den Schmorvorgang aber erst kurz vor dem Essen starten, damit die Sauce lebendig bleibt. Und falls etwas übrig bleibt: Am nächsten Tag schmeckt das Gericht oft noch runder, weil sich Wein, Fond und Crème fraîche dann besser verbunden haben.

Häufig gestellte Fragen

Diese Version ist die elsässische Weißwein-Variante des Coq au Vin. Sie ist frischer und leichter als die Rotwein-Version aus Burgund und setzt auf die präzise Säure des Rieslings, um eine elegante, klare Sauce zu kreieren, die das Fleisch umhüllt, anstatt es zu erschlagen.

Ein großes Huhn oder Hahn (mind. 1,5 kg), trockener Riesling, Wurzelgemüse (Zwiebel, Lauch, Sellerie, Möhre), Thymian, Speisestärke und Crème fraîche. Die Qualität des Huhns und des Weins ist entscheidend für den Geschmack.

Schmore das Huhn bei sehr kleiner Hitze, gare das Gemüse vor dem Zugeben des Weins und rühre die Crème fraîche erst am Ende ein. Verwende einen trockenen, klaren Riesling und brate das Fleisch nicht zu eng im Topf an, um es nicht zu dämpfen.

Klassisch passen Baguette, Spätzle/Nüdele oder Salzkartoffeln. Als Trinkwein empfiehlt sich ein trockener Riesling mit schöner Säure und klarer Frucht. Auch ein Weißburgunder ist eine gute Alternative, wenn man es etwas runder mag.

Artikel bewerten

Bewertung: 0.00 Stimmenanzahl: 0

Tags

coq au riesling martina und moritz rezept
coq au riesling elsässische art
coq au riesling weißweinsoße
coq au riesling fehler vermeiden
coq au riesling beilagen wein
Autor Tim May
Tim May
Ich bin Tim May, ein leidenschaftlicher Weinkenner und Genussenthusiast mit über zehn Jahren Erfahrung in der Welt der Weinkunde. In dieser Zeit habe ich mich intensiv mit verschiedenen Aspekten des Weins beschäftigt, von der Weinproduktion bis hin zu den kulturellen Einflüssen, die den Genuss von Wein prägen. Mein Ziel ist es, komplexe Zusammenhänge verständlich zu machen und den Lesern eine fundierte Perspektive auf die vielfältige Welt des Weins zu bieten. Als erfahrener Content Creator und Branchenanalyst lege ich großen Wert auf objektive Informationen und sorgfältige Recherchen. Ich bin davon überzeugt, dass jeder Weinliebhaber, egal ob Anfänger oder Experte, von präzisen und aktuellen Informationen profitieren kann. Deshalb setze ich mich dafür ein, stets verlässliche Inhalte zu liefern, die das Verständnis für Weinkultur und Weinreisen fördern. Darüber hinaus teile ich meine Leidenschaft für Weinreisen und die damit verbundenen Erlebnisse. Ich möchte Leser inspirieren, neue Weingüter zu entdecken und die Vielfalt der Weinkultur in verschiedenen Regionen zu erleben. Mein Ziel ist es, ein vertrauenswürdiger Begleiter auf ihrer Reise durch die Welt des Weins zu sein.

Beitrag teilen

Kommentar schreiben