Wer badische Weine mit burgundischem Anspruch sucht, landet schnell bei Fritz Waßmer aus Bad Krozingen. Das Weingut steht besonders für charaktervolle Spätburgunder, präzise Lagenweine und eine breite Auswahl an Burgundersorten. Ich zeige, was den Betrieb auszeichnet, welche Weine besonders interessant sind und wie sich ein Besuch mit Weinprobe planen lässt.
Die wichtigsten Fakten zum badischen Weingut auf einen Blick
- Gründung 1998 durch Fritz Waßmer in Bad Krozingen-Schlatt.
- Der Schwerpunkt liegt auf Spätburgunder und anderen Burgundersorten.
- Die Weinberge liegen im Markgräflerland, Breisgau und Kaiserstuhl.
- Das Sortiment reicht von Gutsweinen bis zu hochwertigen Lagenweinen.
- Weinproben kosten ab 20 Euro pro Person, umfangreiche Verkostungen bis 65 Euro.

Wer hinter dem Namen Fritz Waßmer steht
Fritz Waßmer stammt aus einer Familie, die seit Generationen Weinbau und Landwirtschaft in Schlatt betreibt. Er kam dadurch früh mit den Reben in Berührung, schlug zunächst jedoch keinen klassischen Ausbildungsweg zum Winzer ein. Als spät berufener Autodidakt entwickelte er seinen eigenen Stil und gründete das Weingut im Jahr 1998.
Seine besondere Leidenschaft gilt dem Spätburgunder, international auch Pinot Noir genannt. Die Verbindung zum Burgund ist dabei nicht bloß ein Marketingbild. Sie zeigt sich in der Idee, Herkunft, Rebsorte und Reife möglichst deutlich im Glas abzubilden.
Was mich an diesem Werdegang besonders interessiert, ist die Konsequenz dahinter. Das Weingut versucht nicht, jeden Wein gleich schmecken zu lassen, sondern arbeitet mit unterschiedlichen Böden, Parzellen und Rebsorten. Genau diese Haltung macht den Betrieb für Weinfreunde spannender als ein Sortiment, das nur auf unkomplizierte Gefälligkeit setzt.
Was die Weine stilistisch auszeichnet
Die Weine sind auf Finesse, Tiefe und Eigenständigkeit ausgerichtet. Vor allem die Rotweine sollen nicht allein durch kräftige Frucht oder viel Holz beeindrucken. Entscheidend ist das Zusammenspiel aus reifer Frucht, Struktur, Säure und einem langen Nachhall.
Im Mittelpunkt steht der Spätburgunder. Je nach Herkunft und Ausbau kann er elegant und kühl wirken oder deutlich kraftvoller auftreten. Wer einen leichten, unkomplizierten Rotwein erwartet, sollte deshalb eher zu einem jüngeren Einstiegswein greifen. Die gereifteren Varianten brauchen Zeit und profitieren von etwas Luft im Glas.
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Burgundersorten und internationale Reben
Neben Spätburgunder baut das Weingut Weißburgunder, Grauburgunder, Chardonnay, Auxerrois und Frühburgunder aus. Ergänzt wird das Angebot durch internationale Sorten wie Syrah, Cabernet Franc, Cabernet Sauvignon, Merlot, Sauvignon Blanc und Viognier.
Diese Vielfalt ist sinnvoll, solange man die Weine nicht alle nach demselben Maßstab beurteilt. Ein Chardonnay aus dem Barrique bringt andere Erwartungen mit als ein frischer Sauvignon Blanc. Ich würde deshalb bei einer Verkostung bewusst mehrere Stilrichtungen nebeneinander probieren, statt nur die teuerste Flasche auszuwählen.
Warum die Lagen für den Geschmack entscheidend sind
Die Rebflächen verteilen sich auf drei badische Weinlandschaften: das Markgräflerland, den Breisgau und den Kaiserstuhl. Dadurch treffen unterschiedliche klimatische Bedingungen und Böden aufeinander. Genau das ermöglicht einen direkten Vergleich zwischen den einzelnen Herkünften.
| Lage | Region | Wofür sie besonders interessant ist |
|---|---|---|
| Sommerhalde | Bombach | Zeigt den eigenständigen Charakter einer markanten Breisgauer Herkunft. |
| Roter Berg | Kenzingen | Spannend für strukturierte Rotweine und internationale Rebsorten. |
| Kaiserberg | Herbolzheim | Relevant für hochwertige Chardonnay- und Spätburgunder-Weine. |
| Schlossberg | Staufen | Verbindet die Herkunft des Markgräflerlands mit langlebigen Weinen. |
| Schlossberg | Achkarren | Bringt den Einfluss des Kaiserstuhls in das Sortiment ein. |
Für mich ist diese Lagenvielfalt einer der stärksten Gründe, sich nicht mit einer einzelnen Flasche zufriedenzugeben. Ein Lagenwein ist nicht automatisch besser als ein Gutswein, aber er erzählt meist genauer, woher der Wein kommt und wie stark der Jahrgang seine Handschrift hinterlassen hat.
Welche Weine sich für welchen Anlass eignen
Das Sortiment ist breit genug für Einsteiger und erfahrene Weintrinker. Die folgende Orientierung hilft, ohne den Wein unnötig in starre Kategorien zu pressen.
| Weintyp | Passt zu | Meine Einschätzung |
|---|---|---|
| Weißburgunder Réserve | Fisch, Geflügel, cremige Gemüsegerichte | Ein guter Einstieg in die feinere, burgundische Stilistik. |
| Grauburgunder Réserve | Herzhafte Küche, Pilze, kräftige Vorspeisen | Mehr Körper und Würze, besonders passend zu Speisen. |
| Chardonnay Réserve | Geflügel, Hummer, helles Fleisch | Interessant für alle, die Holz und Struktur mögen. |
| Spätburgunder Réserve | Ente, Wildgeflügel, Pilzgerichte | Der naheliegende Einstieg in die Rotwein-Kompetenz des Hauses. |
| Spätburgunder „Alte Reben“ | Wild, Schmorgerichte, festliche Menüs | Komplexer und anspruchsvoller, deshalb am besten mit Zeit servieren. |
| Pinot & Syrah | Grillgerichte, Lamm, würzige Küche | Eine markantere Option für Freunde kräftigerer Rotweine. |
Preislich liegen ausgewählte Réserve-Weine aktuell ungefähr zwischen 18,90 und 23,90 Euro pro 0,75-Liter-Flasche. Ein Spätburgunder „Alte Reben“ kostet als Beispiel rund 29,90 Euro. Das ist kein Schnäppchenbereich, aber angesichts des Anspruchs und der Einzellagen nachvollziehbar.
Mein praktischer Rat lautet, mit einer Flasche Spätburgunder Réserve und einer weißen Réserve zu beginnen. So erkennt man schnell, ob einem eher die rote Burgunderstilistik oder die präziseren Weißweine des Hauses liegen.
Weinprobe und Besuch sinnvoll planen
Das Weingut in Bad Krozingen empfängt Besucher während der Öffnungszeiten auch spontan. Für eine ausführliche Verkostung empfiehlt sich trotzdem eine vorherige Anmeldung, besonders bei Gruppen ab vier Personen.
- Weinvielfalt: zehn Weine und Sekte, etwa 1,5 bis 2 Stunden, 30 Euro pro Person.
- Lagenweinprobe: verschiedene thematische Verkostungen ab 20 Euro pro Person.
- Weinreise: 15 Weine und Sekte, etwa 2,5 Stunden, 65 Euro pro Person.
Die Weinvielfalt ist aus meiner Sicht die beste Wahl für den ersten Besuch. Sie zeigt mehrere Qualitätsstufen und macht verständlich, wie sich Rebsorte, Ausbau und Herkunft verändern. Wer bereits weiß, dass ihn Spätburgunder oder Chardonnay besonders interessiert, fährt mit einer horizontalen oder vertikalen Probe besser. Eine horizontale Probe vergleicht verschiedene Lagen eines Jahrgangs, eine vertikale Probe mehrere Jahrgänge desselben Weins.
Zu den gebuchten Proben werden Bauernbrot, luftgetrockneter Schinken, regionaler Käse und Mineralwasser gereicht. Die Verkostungsgebühr der Weinvielfalt wird ab einem Weineinkauf von 200 Euro pro Person angerechnet, bei der Weinreise ab 450 Euro. Die Preise und Bedingungen können sich ändern, daher würde ich sie vor der Anreise noch einmal direkt bestätigen.
Was von diesem Weingut besonders im Gedächtnis bleibt
Fritz Waßmer steht für ein Weingut, das seine Qualität vor allem über Herkunft, Rebsorte und sorgfältigen Ausbau vermittelt. Der Spätburgunder bildet das Zentrum, doch gerade die Chardonnay-, Weißburgunder- und Lagenweine zeigen, dass die Arbeit deutlich breiter aufgestellt ist.
Wer badischen Wein besser verstehen möchte, sollte nicht nur nach einer möglichst berühmten Flasche greifen. Eine kleine Vergleichsprobe mit zwei Rebsorten und zwei Herkünften zeigt meist viel mehr. Genau darin liegt für mich der Reiz dieses Hauses: Die Weine laden dazu ein, Unterschiede wahrzunehmen und den eigenen Geschmack Schritt für Schritt zu schärfen.
